Drehtagebuch Mai 2010 – Die letzte Klappe ist gefallen

Ende April 2010

Es ist sicher, wir können im Cinema drehen, und endgültig geplant ist Mittwoch, der 12. Mai. Einen Tag vor Himmelfahrt.
Als ich das also weiß schreibe ich die letzte Szene.
INN-KINO-DUNKEL.
Ich hab hin und her überlegt, worum es in der letzten Szene gehen könnte. Gerd meinte das Thema Humor wäre passend, schließlich gucken die ja einen lustigen Film im Kino – aber irgendwie will ich das Thema aufs Absurde lenken.
Und so entstand in meinem Kopf zuerst der letzte Satz:

„Und somit ist die Frage nach dem Sinn hier vollkommen fehl am Platz!“

Anfang Mai 2010

Ja, so wurde also irgendwann Anfang Mai das überarbeitete Drehbuch rausgeschickt. An dieser Stelle möchte ich mal eben auf das Wetter aufmerksam machen: Der Mai 2010 ist arsch-kalt, aber als ich das Drehbuch neu schrieb war es ausnahmsweise mal so warm, dass ich im Park liegen konnte 🙂

9. Mai 2010

An sich war für heute zwischen Christian und mir eine Drehbesprechung geplant. Und ich geb’s zu, ich BIN wie immer vorm Drehen aufgeregt. Und es nervt mich auch, wenn Planänderungen passieren. Und so gab es zwischen Christian und mir eine Planänderung und wir mussten die Besprechung auf den nächsten Tag verlegen, weil ich spazieren war und anschließend war Christian irgendwo im nirgendwo.

10. Mai 2010

Viel zu besprechen gab es eigentlich ohnehin nicht. Der geplante Dreh hat nur zwei Einstellungen und ist hoffentlich schnell abgedreht, da wir erst um 23 Uhr anfangen können.
Es ging dann noch darum, Tapes zu kaufen, das Mikro von Radio Weser zu holen (weil unser Mikro noch nicht da ist) und wie viel Club-Mate wohl notwendig ist für den Dreh.

12. Mai 2010

Es ist soweit! Ich bin heute noch los und habe sowohl Tapes als auch das Mikro geholt. Dann habe ich versucht mich den Rest des Tages auszuruhen, weil mir ’ne Erkältung in den Knochen steckt und meine Stimme wie beim ersten Dreh im Wald sich schon wieder zu verflüchtigen droht. Um 22.30 holten die beiden Gertds uns ab. Tja, aber für fünf Leute plus Equipment ist das Auto zu klein. Also fuhr ich mit dem Rad. Das tat mir auch ganz gut, weil der ganze Kram ist aufregend genug.

Äh....iiihhhh??

Äh....iiihhhh??

So kam ich schon vor dem Auto an, am Eingang zum Cinema warteten schon Christoph (der diesmal für die Fotos zuständig ist) und Luisa, nur rein kamen wir nicht. Weil das Cinema um 23Uhr dann auch Feierabend macht, und vergessen wurde, dass wir da heute drehen wollen.
Aber die liebe Annette war schon da, hat uns dann rein gelassen und anschließend erst meine SMS gelesen „Komm mal runter!“ …und diese aber nicht zu deuten gewusst 😉

Ja, dann war auch schnell klar, dass wir heute drehen, Gert kam auch fünf Minuten später und konnte alles klar stellen, die Leute vom Cinema hatten ne Woche vorher die Crew von den Dreharbeiten zur Neuen Vahr Süd da und in sofern….war der ganze Hype ja schon bekannt 🙂

Ja, aufgebaut und abgedreht wurde dann in den nächsten 3,5 Stunden. Ein bisschen einsam war es zwischendurch wohl für Janet und Ole, die oben im Filmvorführungsraum die Beleuchtung regulieren mussten. Die ersten zwei Stunden war ich auch noch fit, dann sank mein Energielevel rapide nach unten (ich glaube das ging auch anderen so).
Zum Glück gab es wie gesagt nur zwei Einstellungen. Und die Besprechungen mit Christian waren diesmal auch optimal.
Übrigens: Die letzte Klappe war um 2:28 abgedreht.
Allgemein waren alle gut drauf – wenn auch müde. So fiel unsere kleine Party nach dem Dreh auch sehr übersichtlich aus.
Annette und Ole verabschiedeten sich nach einer nicht ganz geleerten Bionade schon… um 3 Uhr, wir anderen hielten noch bis 5.30 aus.

+ Annette

+ Annette

Das Resümee:

Ich meine, ich habe es an jenem Tag schon 100 mal gesagt, und vorher und später vielleicht auch. Wir drehen jetzt seit September zusammen, haben uns sieben mal in der Zeit getroffen und gedreht. Christian und ich haben an einem Wochenende auch Edina und Stefan über die Schulter gucken können, was auch nochmal gut war zu sehen, wie andere Menschen arbeiten, und was ihnen ggf. die Arbeit erleichtert.
Ich habe während den Dreharbeiten ganz klar gelernt, wie wichtig ein Storyboard ist, und wie gut Vor- und Nachbesprechungen sind.
Insgesamt hat glaube ich das ganze Team gut zusammen gefunden, und auch wenn zwischendurch viel Fluktuation war, hat sich doch ein guter starker Kern gebildet, mit dem ich gerne noch mehr Filme machen möchte – wenn es sich ergibt.
An dieser Stelle: Annette, was macht dein Drehbuch!?!

Die nächsten drei bis vier Monate werden wir nun den Film schneiden, vertonen und – was mich betrifft – merke ich schon die wachsende Unruhe, weil ich einfach hoffe, dass das Resultat gut wird und dem Zuschauer gefällt.
Also habe ich noch was gelernt: ich mache Filme nicht mehr NUR für mich (so wie meine Erstlingswerke), sondern ich fange an mir Gedanken darüber zu machen, was gefällt dem Zuschauer.
Und ich hoffe stark, wenn Ihr Ende August zur Premiere (im Cinema) kommt, wird Euch der Film gefallen.

Und noch was, damit es keinen allzu großen Schock gibt:
Der Titel des Filmes wird wohl NICHT „Fehl am Platz“ lauten. 😉

So, habt alle einen schönen Sommer. Damit es Sommer. Damit die Wolken wegfliegen:
Hinstellen und nach oben pusten. Auf Drei:
Eins…zwei…drei…Ende!