Drehtagebuch April 2010

21. März 2010

Wir haben den Drehort und das Datum schon bei der Kuhstallszene klar gestellt: Nächstes mal im Kindergarten. Die Conny sagte zu, dass sie am 11. April Zeit habe, und wir in den Kindergarten können.

5. April 2010 / Ostermontag

Ich will mit Christian die Szene durchsprechen, doch an einem jener angedachten Tage hatte er keine Lust. Ich weiß nicht ganz genau woran es liegt, doch ich glaube, seine Brotarbeit nimmt ihn doch sehr in Beschlag. Mich aber nicht, insofern ist der Energiehaushalt vollkommen unausgeglichen zwischen uns.

Jedenfalls habe ich mir dann am Abend im Bett überlegt, wir könnten die Kindergartenszene doch machen, in dem wir Schatten (Kinder) an die Wand werfen die eine Indianergeschichte spielen.

Schatten finde ich genial.

Die Beiden Männer rechts und links und die Schatten in der Mitte.

Aber am 6. April 2010

ernüchterte mich Christian dann, indem er anmerkte, dass Schatten verdammt schwierig zu machen sein. Also, um es kurz zu machen: Eigentlich fehlen uns für den Schatten die technischen Möglichkeiten.

Hm. Und irgendwie merke ich, dass diese Kindergartenszene doch so anders ist, als alle anderen Szenen.

Und so richtig zufrieden bin ich auch nicht. Es muss doch auch was aussagen. Und zum Thema „Spieltheorie“ fallen Christian ganz andere Sachen als mir ein. Er denkt dabei an Skatrunden, Spielhöllen oder Fußballfelder, ich hingegen denke bei dem Wort „Spielen“ immer an Kinder bis 10 Jahren und an Rollenspiele. Vater-Mutter-Kind. Oder eben Indianer.

Naja, und dieses Schattending …

7. April 2010

Ich holte heute wieder Lichtkoffer und Co. Und probierte dann alles mögliche bezüglich der Schatten aus. Wenn die Nachbarn in mein hell erleuchtetes Zimmer gesehen haben, und dachten, um mich sei es geschehen – kein Wunder. Ich tanzte mit einem riesigen Küchenmesser vor der Lampe herum und versuchte Schatten auf die Wand zu werfen. Schwierig, schwierig.

Und was für Alternativen?

Testbild

Testbild

Um diese zu finden, klebte ich Christian förmlich am Arsch an jenem Mittwoch.

Für die Schatten einen Rahmen bauen und so eine Art Chinesisches Schattenspiel machen?

Die Schatten auf den Boden werfen?

Die Schatten mittig platzieren?

Die Schatten hinterher in den Film friemeln?

Hm.

Christian sagte, ich nerve ihn. Mag sein, aber Austausch bringt weiter.

Jedenfalls kamen wir dann (und das bestimmt gemeinsam) auf die Idee den beiden Männern Laptops zu geben, und sie sollen am Kindergartentisch Ego-Shooter spielen

Ganz einfach. Keine Schatten.

9. April 2010

Ich kenne noch meine Ego-Shooter-Zeit. Damals, am C64. Das war klasse. Ein Spiel mit 3 Farben und einfacher Grafik. Ich war in einem Hubschrauber, musste diverse feindliche Angreifer abschießen und Leute retten.

Und mich durch insgesamt vier Level ballern um ans Ziel zu kommen.

Mit Joystick. Logisch, ja?

Als ich dann dabei war die Pferde scheu zu machen um Joysticks zu organisieren sagt Christian mir – so’n bisschen von oben herab, wie ich das Gefühl hatte – dat is out.

Wat???

Wie geht das denn dann heute?
Mit Touchmouse und Buchstabentasten.

Also … was ist denn das für ein Quatsch?

Na gut. Nachdem ich dann meinen Sohn noch eingehend über diese Problematik befragt hatte, bestätigte er mir die Einschätzung von Christian. Grml

11. April 2010

Drehtag. Christian und ich waren um 11 Uhr in der Kindergruppe. Szenenaufbau. Ich meine, es ist schon schön, auf die Accessoires in der Kindergruppe zurückgreifen zu können, aber im Nachhinein würde ich sagen, hätte das jeder X-beliebige Platz sein können.

Egal. Die Szene ist dennoch lustig. Wir haben heute viel gelacht. Allerdings war sie auch sehr aufwendig. Viel Text, viele Einstellungen auch, die Christian und ich zuvor nicht durchgesprochen haben.

Beim Aufarbeiten der Szene habe ich mich beschwert, dass, sobald Christian den Off-Knopf drückt, er fragt: „Und? Was jetzt?“ sich selbst aber total beklagt, wenn ich ihn drängel und sage: Wann geht’s los?

Außerdem habe ich gesagt, wenn er so eine Einstellungsliste haben will – sinnvolles Detail – möchte ich in Zukunft mit ihm vorm Dreh 5 Minuten zusammen sitzen und das durchgehen. Ich werde mich daran erinnern und meinen Kameramann – den ich im Übrigen vor allem als persönlichen Berater sehr schätze – darauf festnageln 😛

16. April 2010

Gert hat angerufen mit der frohen Botschaft, dass wir tatsächlich die letzte Szene im Cinema in Bremen drehen dürfen.

JUHUUUU. Leute, das wird ein Fest!

PS: In Zukunft sorge ich dafür, nach dem Dreh frei oder Spätschicht zu haben….

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