Drehtagebuch März

Anfang März 2010

Mir wird bewusst, dass der nächste Dreh schon in ganz baldiger Nähe ist. Zwischen dem letzten und dem Kommenden liegen gerade mal drei Wochen.
Und: mir wird bewusst, dass wir im Kuhstall drehen.

Kuhstall

Kuhstall

Die Kuhstallszene beinhaltet eine Art Gespräch über links- und rechts drehende Milchsäure – und soll ich Euch was sagen? Außerdem sollen Schaubilder über die entsprechenden Moleküle gezeigt werden.
Ich habe Null Ahnung von Chemie. Alles was mit Wasserstoffbindungen und Strukturformeln zu tun hat, verstehe ich nicht, und ich suche mir ein dermaßen langweiliges und zudem für mich völlig unverständliches Gesprächsthema aus!
Zum Glück geht es nicht alles so, und ich konnte auf ein paar Freunde zurückgreifen, die mir da weiter helfen konnten.
Zudem musste die Szene umgeschrieben werden, weil den Satz „Fehl am Platz“ sonst Mann B gesagt hätte – und mal ehrlich, das geht doch nicht.
Kurz: irgendwie hat mich die Kuhstallszene unter Stress gesetzt, und das nicht wegen eines möglichen Locationproblems, nein, sondern weil ich mit der Materie irgendwie auf Kriegsfuß stand.

10. oder 12. März 2010

Christian und ich setzten sich,  wie wir das jetzt hoffentlich immer machen werden,  Abends kurz zusammen und gingen die Szene durch. Was brauchen wir, wer organisiert was, und sollte vielleicht Mann A einen Jogurt als Abschluss vernaschen. Dieses Mal hatte ich ein bisschen das Gefühl, wir haben die Besprechung mehr oder weniger runtergerattert. Beide hatten wir eigentlich nicht wirklich Zeit und was meinen Teil betraf, hatte ich mich von dem letzten Dreh kaum erholt.

Ich vertraute einfach mal darauf, dass alles GUT wird.

Die Idee war am Ende des heutigen Abends: Die beiden Männer sitzen vor den Kühen, referieren über ihre Milchsäuren und halten gedruckte Schaubilder in die Kamera.
Einfach, klar, verständlich.

17. März 2010

Das übliche: Lichtkoffer und Mikro holen, und mal so am Rande, verbinde ich das immer mit einem Großeinkauf bei Aldi, nur leider fehlt mir Mitte der Woche immer das nötige Geld 😉
Ein paar Sachen für das Catering, für das wir leider wieder niemanden hatten, habe ich auch noch organisiert.
Am Abend kommt Gerd und wir gehen (wie mit Christian besprochen) die Szene durch. Es war eigentlich alles klar.

18. März 2010

Ich bin auf dem Weg zur Massage, da ruft Gert mich an um mich zu fragen, ob wir nicht statt der Schaubilder, die die beiden Männer in ihren Aktentaschen haben, lieber einen Flipchart und einen Tageslichtprojektor nehmen wollen.
Damit treten zwei Probleme auf:

  1. Wir können den Stall nicht abdunkeln.
  2. Wir brauchen eine Wand.

Aber die Idee ist super! Und ich will sie 🙂

19. März 2010

Annette schickte mir ein paar Bilder vom Stall. Ich teile Christian kurz die Neuigkeiten mit, keine Schaubilder mehr, sondern einen Tageslichtprojektor. Ist doch machbar, oder?

20. März 2010

Morgen ist Drehtag und ich hatte Spätschicht und nach der Spätschicht wollte ich auf ein Konzert,  was ich auch gemacht habe. Die Menschen aber, die mich kennen wissen, dass es mich vollkommen aus der Bahn wirft, spät zu arbeiten und am nächsten Tag zu drehen.

Habe ich alles? … oh, nein! Zeigestöcker … an Christian ne sms … packt er sie ein? … ist sonst alles im Lot?

Zum Glück macht Christian das Essen für morgen klar und packt soweit alles zusammen.

21. März 2010

Von dem Konzert bin ich erst am nächsten Morgen um 8.30 zu Hause gewesen, mit etwa zwei Stunden Schlaf.  Aber kurz vor den zwei Stunden Schlaf ging mir die Bedeutung eines Storyboards auf und ich schrieb/malte eines. Zumal ich die ganze Zeit überlegte, wie ich die beiden Requisiten einbauen könnte. Und ich habe es sogar hin bekommen (oh Wunder, und ja: ich bin stolz!)

Anschließend holte ich das Auto, wir luden ein und Christian und ich fuhren zu Annette, zum Stall.
Wir fanden in dem Stall auch eine super Kulisse, haben alles aufgebaut und mussten dann ewig auf die Gerdts warten.
Ich bin jetzt nämlich dazu übergegangen, die Schauspieler erst ein bisschen später ans Set zu holen, damit wir uns nicht gegenseitig auf die Füße treten.
Der Micha, unser Ton-Man(n) war diesmal auch dabei! Das fand ich super! Hab mich voll gefreut.
Was mich weniger gefreut hat, war dass wir keinen Setfotografen hatten, aber da trat wie aus dem Nichts die Tochter des Bauern (Marleen) in unser Set und übernahm das ganz hervorragend

Am Set

Am Set

Alles klappte, das Storyboard (um das nochmal aufzugreifen 😉 ) diente mir ganz großartig und ich das Szenebild ist erste Sahne. Das Licht war ein Traum und der Nudelsalat war Bombe. Das ist die beste Szene glaube ich.

Außerdem haben wir eine Szene (die Schwimmbadszene) gestrichen und ersetzen diese nun wahrscheinlich durch eine Szene im Kino.

Leute: Und überhaupt sind es wohl nur noch zwei Szenen und dann war es das (wobei wir natürlich noch ohne Ende Szenen kommen könnten).

Der nächste Dreh meine lieben ist übrigens auch schon wieder in drei Wochen: Am 11. April.

Bis denne!