Drehtagebuch Januar/Februar 2010

27.Januar 2010

… Nur um wieder rein zu kommen 🙂
An diesem Tag habe ich die Kamera vom Januar-Dreh zurück gebracht.

Mitte Februar 2010

Wir haben die paar Tage zwischen der Sargszene und der Bettszene genutzt um dazu zu lernen, unter anderem in dem wir Edina und Stefan beim Dreh über die Schulter geschaut haben. Ich lerne ja am Liebsten am lebenden Objekt.
Das geht von rein technischen Details (wie Licht am besten eingesetzt wird, und wie die Blende der Kamera sinnvoll eingestellt wird) bis hin zu, wie kann ich mir die Szene möglichst Detailiert vorstellen, incl. Kameraposition und Schauspielerplatzierung.

So kam es dann, dass wir eine WIRKLICH gute Drehbesprechung am

23.Februar 2010

hatten.
Ich muss dazu sagen, wir sind immer ganz unterschiedlicher Auffassung, was gute Filme betrifft.
An dieser Stelle sei nochmal zu erwähnen, dass ich seit dem letzten Drehtermin auch am hadern war und wir uns grob überlegten, das Drehbuch so umzugestalten, dass das mögliche WARUM beantwortet wird.
Warum sitzen die Männer, komplett mit ihrem Anzug in der Sauna?  Wie kommen sie dorthin?
Ich habe hin und her überlegt …
Hm … vielleicht sitzen unsere beiden Protagonisten vor Gericht und müssen sich rechtfertigen, warum sie in ihren Anzügen an den unsinnigsten Plätzen saßen. Oder wir machen ein Quiz daraus … oder … oder … oder.
Ich habe bei diesen Überlegungen gemerkt, das wird mir zu viel! Eigentlich WILL ich das Drehbuch nicht ändern…
In meiner Verzweiflung rief ich am Vorabend Annette an und sagte:
Drehbuchänderung … einen Sinn in den Unsinn bringen … ich will aber doch nicht … aber Christian sagt doch, „das macht man so“ … aber ich will es doch nicht.
Ich war Annette sehr dankbar.
Sie meinte, wieso einen Sinn? Wieso muss immer  alles einen Sinn haben?
Um es kurz zu machen: Annette hat mich wieder runter gebracht.
Es muss nicht immer alles einen Sinn haben. Es ist schließlich genauso sinnlos sich die Haare zu färben oder High Heels zu tragen – man/frau macht es, weil es gefällt – aber eben auch nicht jedem.

Gut zurück zum Dreh. Ich habe also gesagt, dass ich den Sinn unseres Films in seiner Sinnlosigkeit sehe, und dass ich genau das GUT finde. Und so ist es ja auch. Ich kann darüber lachen, wenn zwei Männer in Anzügen gekleidet in der Sauna sitzen – wenns ihnen Spaß macht. 🙂
Ok, Christian konnte damit leben, und wir hatten eine 1A Besprechung. Fand ich gut, konstruktiv, bereichernd und was nicht alles.
Im Übrigen kam bei der Besprechung raus, dass unsere beiden Protagonisten in einem Bordell sitzen würden (zu dem mangels anderer Bettstätten das Zimmer meines 14 jährigen Sohnes wurde).
Wichtig hierbei: Die Kleenex-Packung 😉
Da stellte ich beim Kauf fest, es gibt im Design große Unterschiede. Von aufgedruckten Blumenwiesen bis zu aufgedruckten Fellimitaten. Ich entschied mich dann für die schlichte Form der Magarite auf blau gestreiften Hintergrund.

Kleenex

24. Februar 2010

Wie üblich: ich holte Lichtkoffer und Co.

27. Februar 2010

Drehtag!
Was an diesem Tag ein bißchen schade war, dass viele vom Team keine Zeit hatten. So hatten wir diesmal nur einen Setfotografen (Tolja) und leider kein Catering.
Andererseits wars ohnehin schon eng genug, wenn da noch viel mehr Leute gewesen wären, wäre es auch zu eng geworden.

Naja, jedenfalls habe ich die GerdTs diesmal erst (in weiser Plaung) eine Stunde später beordert, und Annette kam schon um 10:30. Christian kam auch gegen 10:30 aus der Unterwelt – hier sei angemerkt: ohne Fahne und vollkommen nüchtern! (was mir ein bißchen Angst machte, weil, wie ich nun gelernt habe, haben Kameraleute meistens noch einen erhöten Restalkoholwert am Set).

Aus Toljas Zimmer wurde ein Bordell (was dieser nicht ganz so cool fand, aber er wurde von mir bezahlt .).

Alles wurde in Rot gehalten, sehr hübsch. Die Bhs von Luisa 😉 kamen gut zur Geltung.
Annette und Ismene wurden mit den schönsten langen Fingernägeln die ich finden konnte beglückt, was zur folge hatte, dass die ganze Arbeit an Christian und mir hängen blieb, weil die beiden nicht mehr einsatzfähig waren. Dafür aber gab es große Lachnummern beim Toilettengang. Vorallem als ich Annette dann die Hose hochziehen musste und Ismene die Hose zumachen….
Fingernageldesaster
So war’s. Das Drehen selbst ging zügig und es sind tolle rote Bilder geworden.
Und ich bewundere die beiden GerTDs, die sich nahezu keine Fehler bei der Aufzählung von Bornellfederkernmatrazen und Latexfederkernmatrazen und Schichtlatexfederkernmatrazen in den passenenden Formaten von 90×200, 90×210, 140×200 und 140×210 geleistet haben.
Und hier sei angemerkt: das alles in Zentimetern!

Bis zum nächsten Drehtag!