Drehtagebuch: Oktober 2009 bis 11.November 2009

Oktober 2009

Aus verschiedenen Gründen lief im Oktober nicht so viel. Das einzige, was ich auf die Reihe bekommen habe, ist mich weiter um ein Bett zu kümmern.
Zuerst wollte ich für unseren Film so ein „Spießerbett“ – naja, gut bürgerlich mit weißem Bettzeug, jetzt frage ich mich, ob’s nicht vielleicht ganz gut kommt, ein ausgefallenes Bett – quitschig, schrilles, absurdes Bett zu nehmen. Möglichst mit Leopardenbettzeug – hat jemand so was? Jedenfalls wären unsere Beiden Protagonisten da ja wohl völlig Fehl am Platz 😉
Ich werde weit ersuchen.
Christian hat indes die Defizite, die die gebraucht erworbene Kamera mitgebracht hat, weitestgehend behoben. Außerdem hat er irgendwelche Adapter gekauft, um einen guten Ton vom Mikro auf die Kamera zu bekommen.
Es ist gut, einen Techniker an meiner Seite zu haben – ich allein wäre damit vollkommen überfordert. Und mit dem Film „ Fehl am Platz“ habe ich den Eindruck wächst das technische Equipment sowie die technischen Anforderungen enorm…

Freitag, 6. November 2009

Der zweite Drehtermin – in der Sauna – nähert sich.
Ich fahre zu Radio Weser TV und hole einen Lichtkoffer und ein Mikro. Beides ist noch nicht in unserem persönlichen Besitz.
Ich bin schon voller Vorfreude.
Christian probiert vorab die Scheinwerfer aus, ich überlege, was ich alles auf Band festgehalten bekommen will.
Rufe Annette an um sie zu autorisieren die Regieassistenz zu übernehmen.
Treffe Gert auf der Straße und nehme Vorschläge entgegen, welche Einstellungen noch ganz schön sein könnten.
Mirko seinerseits kommt und holt sich Geld ab um das Catering vorzubereiten.
Sprich: Es geht voran.

Sonntag, 8. November 2009

Heute ist es soweit.

Mann A und B in der Sauna

Mann A und B in der Sauna

Meine frühe Freude wird aber vorübergehend ein bisschen getrübt weil:
1.Christian, mein Techniker und Kameramann (ein wenig…(Anmerkung der Redaktion))betrunken ist und ne mega Fahne hat – naja, ich ignoriere den Zustand soweit, nur der Geruch lässt sich nicht wegignorieren.
2.Der Abfahrtermin sich um eine Stunde nach hinten verschoben hat, weil es bei Gert und Gerd zu Missverständnissen bezüglich des Treffpunkts kam.
So ist es, und es ist wahrscheinlich meine Aufgabe dann einen kühlen Kopf zu bewahren, aber wer mich kennt weiß, dass genau das nicht zu meinen Stärken zählt. Und ich kenne mich.

Schweißmaschine

Schweißmaschine

Gut, irgendwann sind wir dann aber doch in Dörverden bei Micha und seiner Sauna angekommen und haben uns in einem kleinen Vorraum und in einer eben so kleinen – und ziemlich unterkühlten – Sauna eingerichtet.

Kleiner Raum und viele Leute

Kleiner Raum und viele Leute

Da Annette selbst sich in die Sauna legen sollte, fiel die Regieassistenz ins Wasser, und ich gab allein meinen Senf an die beiden Schauspieler ab. Außerdem fand ich einen Weg, von weit abseits des Filmgeschehens (quasi im Nebenraum) mitten ins Geschehen zu gelangen (in die Sauna) – nämlich indem ich meine Füße als Requisite einsetzte.

Alles in allem fand ich diesen Drehtag sehr produktiv. Auch hatte ich das Gefühl (es kann natürlich auch an meinem etwas ausgeschlafeneren und fitteren Zustand gelegen haben) dass ich diesmal etwas klarer in meinen Ansagen war.
Klar war ich hoffe ich auch in der Aussage, dass ich einen (wenigstens einen!) nackten Menschen in der Sauna haben will. Das stieß – vorallem bei Christian – nicht unbedingt auf Verständnis, wurde aber durchgesetzt und Mirko musste nackt die Sauna verlassen und sein Allerwertester kam vor die Linse. Mal sehen, ob die Aufnahme tauglich ist.
Bei Zeitdruck – meinte Christian anschließend zu mir – reagiere ich gereizt.
In jedem Fall merke ich, dass wir als Team zusammenwachsen. Ich kann nun nachvollzieren, warum Regisseure und -innen mit bestimmten Kameramännern/-frauen zusammenarbeiten wollen, und wieso sie sich dieses und jenes Team für sich aussuchen.
Es macht Spaß zu sehen, wie wir als Team fungieren.
Kamera

11. November 2009

Gestern habe ich Lichtkoffer (im Übrigen ein riesiges, schweres Ding) und Mikro zurück zu Radio Weser TV gebracht und heute werde ich den Film auf Festplatte überspielen. Ich bin schon total gespannt auf die Aufnahmen.
—> Ich habe den Film auf die Festplatte gezogen. Erst dachte ich -„Oh Gott, kein Ton!! Alles im Eimer!“ – aber dann fand ich den Ton auf einem anderen Tonkanal.
Die Aufnahmen sind klasse. Nicht perfekt, aber fast perfekt.
Ich bin begeistert!